Rote Vogelmilbe bekämpfen

(Dermanyssus gallinae)

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Die Rote Vogelmilbe ist eine ekto-parasitär lebende Milbenart, die vor allem Vögel an der Außenseite des Körpers befällt. Sie ernährt sich vom Blut der befallenen Tiere. Die spinnenartige Milbe besitzt zur Nahrungsaufnahme Stechborsten, mit denen die Haut der Wirtstiere durchstochen wird. Damit gelangt die Milbe vornehmlich nachts an das Blut der Wirte.

Beschreibung

Tagsüber versteckt sie sich im Nistmaterial oder dessen Umgebung. Im Versteck erfolgt auch die Eiablage. Aus den Eiern schlüpfen nach 3 Tagen sechsbeinige Larven. Diese häuten sich bereits nach der ersten Nahrungsaufnahme zu achtbeinigen Exemplaren. Nun sucht sich die Larve einen Wirt und beginnt, Blut zu saugen. Nach erneuter Häutung entsteht die fertige Milbe. Unter günstigen Bedingungen dauert dieser Entwicklungszyklus nur etwa eine Woche und bedingt eine schnelle Ausbreitung und hohe Populationsdichte der Dermanyssus gallinae. Die typisch rote Färbung erhält die Vogelmilbe durch das Wirtsblut in ihr. Das Tier selbst ist von weißlich grauer Farbe. Vogelmilben erreichen eine Größe von 6,0 (Weibchen) bis 7,5mm (Männchen). Der Befall mit Roten Vogelmilben stellt vor allem Geflügelzuchtbetriebe vor große Probleme. Neben dem Nutzgeflügel können auch Tauben und Wildvögel befallen werden.

Gesundheit

In Europa ist die Rote Vogelmilbe der ökonomisch bedeutendste Ektoparasit von Nutzgeflügel. Geflügel und Vögel, die von der Dermanyssus gallinae befallen sind, erleiden an der Einstichstelle Juckreize und Entzündungen. Das derart geschädigte Tier wird durch Blutverlust und Stress in kurzer Zeit geschwächt und kann verenden. Besonders gefährdet sind große Küken-Bestände. Auch nistende Vögel werden stark geschädigt. Die Rote Vogelmilbe kann sogenannte Fehlwirte, zu denen mit den Säugetieren auch Menschen zählen, befallen. In diesen Fällen spricht man von der ‚Vogelhalterkrätze‘. Gefährdet sind allerdings nicht nur Vogelhalter. Auch Dachwohnungen und Gebäude mit Lüftungsschlitzen und Schachtanlagen können wegen der Nähe zu Vogelnestern von der Milbe befallen sein. Das Säugetierblut lässt die Milben zwar überleben, zu ihrer Fortpflanzung sind die Weibchen allerdings auf Vögel als Wirtstiere angewiesen.

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Die Bisse der Milben verursachen beim Menschen stark juckende Hautveränderungen, aus denen sich großflächige Ekzeme entwickeln können. Einige Menschen reagieren auf den Speichel der Milben allergisch. Zudem besteht die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern.

Maßnahmen & Mittel

Kurzfristig kann dem Befall mit Roten Vogelmilben durch Ausbringen von Akariziden begegnet werden. Eine dauerhafte Bekämpfung kann allerdings nur erfolgen, wenn die Ursachen für den Befall eliminiert werden.  Neben der tierärztlichen Versorgung befallener Tiere kommt der Behandlung ihrer Umgebung besondere Bedeutung zu. Alle Teile von Stallungen, Freilaufflächen, auch Käfige und Volieren müssen gründlich mit einem Dampfstrahler gereinigt und gepudert werden. Zum Auspudern eignen sich am besten Kieselgur haltige Präparate wie ‚AniForte Milben Stop Puder‘, ‚NaturaForte KiesoVet®‘ und ‚AniForte Milben-Stop Puder für Hühner‘. Das ‚Nexa LOTTE Hausstaub-Milbenspray‘ wurde gezielt für die Bekämpfung von Milben entwickelt. Mit ihm kann zugleich ein langfristiger Schutz vor der Milbe erzielt werden.

Tricks & Kniffe

Regelmäßiges Entfernen leerer Vogelnester und gründliche Reinigung von Nistkästen im Herbst bewahrt private Haushalte vor dem Befall mit der Roten Vogelmilbe.  Zur Prophylaxe und zur Vermeidung des Eindringens der Schädlinge in die Wohnung können Leimringe und Klebestreifen an Fenstern und Türen angebracht werden. Zu empfehlen ist der vielfach vertriebene ‚Raupen- und AmeisenLeimring‘.