Schwarzkopfameise bekämpfen

(Tapinoma melanocephalum)

By Sarefo (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Beschreibung

Die Schwarzkopfameise gehört zur Familie der Drüsenameisen (Dolichoderninae), die zwischen mittlerem Körperabschnitt und dem Hinterleib ein Stielchenglied, das sog. Petiolus haben. Die Arbeiterinnen sind sehr klein, sie weisen eine Größe von 1,3 – 1,5 mm auf, wobei der Körper der Schwarzkopfameise zweifarbig ist. Der Kopf und der mittlere Körperabschnitt der Tapinoma melanocephalum sind dunkelbraun, so schimmern die Beine, Petiolus und Gaster leicht gelblich bis durchsichtig. Da die Arbeiterinnen der Schwarzkopfameise sehr klein sind, werden sie oft übersehen, was ihr den Namen „ghost ant“ verliehen hat. Aufgrund weiterer Ameisenarten die man im Haus antreffen kann, besteht oft die Verwechslungsgefahr mit der auch sehr kleinen Pharaoameise, die zu den Knotenameisen zählt.

Die Schwarzkopfameise ist mittlerweile oft anzutreffen, in gemäßigten Breiten ist das Vorkommen allerdings auf Gewächshäuser und beheizte Gebäude beschränkt. Die Kolonien können abertausende von Arbeiterinnen haben, auch haben die Kolonien mehrere Königinnen. Ein Volk kann mehrere Nistplätze gleichzeitig haben, wobei dann ein regelmäßiger Austausch von Individien besteht. Die Schwarzkopfameise hat einen hohen Feuchtigkeitsbedarf, deswegen findet man sie oft nahe von Wasserleitungen, Toiletten oder einem Ausguss. Die Ameise verzehrt Honigtau, aber auch Insekten. In Wohnungen zeigt sie eine Vorliebe für süße Lebensmittel wie Honig, Zucker oder Kuchen. Die Schwarzkopfameise gilt als Hygieneschädling, der unbedingt in Krankenhäusern und in Betrieben wo Lebensmittel verarbeitet werden, beseitigt werden muss. Sie können pathogene Bakterien verbreiten.

Gesundheit

Es wurde berichtet, dass Tapinoma melanocephalum in kolumbianischen Krankenhäusern mehr als sieben verschiedene Bakterienarten als Vektor verbreitet hat. Die Tiere können humanpathogene Bakterien wie Staphylococcen oder Enterobacter cloacae übertragen. Deshalb sollte man die Schwarzkopfameise bekämpfen.

Tipps und Kniffe

Werden Ameisen im Haus gesichtet sollte schnell gehandelt werden. Da Ameisen keinen Essig mögen, sollten entlang der Ameisenstraße kleine Schalen mit Essig aufgestellt werden. Auch direktes Aufbringen von Essig auf die Ameisenstraße ist sinnvoll. Ameisen lieben auch nicht den Zimtgeruch. Hier kann man die gleiche Vorgehensweise wie beim Essig anwenden. Zitronenduft mag die Ameisen ebenfalls nicht. Werden Zitronenschalen auf die Ameisenstraße verbracht, so kehren die Krabbler sofort um. Ebenso sind stark duftende Kräuter wie Lavendel, Salbei oder Pfefferminze den Ameisen ein Greul. Stängel der Kräuter sollten in Nestnähe angebracht werden. Wer mit Kreide oder Babypuder die Ameisenstraße markiert bzw. einen dicken Kreidestrich zieht, der bewirkt, dass die Ameisen sich einen anderen Weg suchen. Vor allen Dingen sollten Lebensmittel sicher verpackt und aufbewahrt werden. So verhindert man, dass sich die Tiere einen Weg zu süßen und fettigen Speisen suchen.

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Schwarzkopfameise bekämpfen Maßnahmen und Mittel

Die Schwarzkopfameise kann mit Kontaktinsektiziden oder mit Frassködern bekämpft werden. Kontaktinsektizide haben Wirkstoffe wie organische Phosphorsäureester, Carbamate, synthetische Pyretrhoide oder Phosphorsäurester. So eignen sich Kontaktinsektizide in flüssiger Form zur Bekämpfung von Ameisen, die ihre Nester in der Erde haben, wie die Schwarzgraue Wegeameise. Kontaktinsektizide können zudem auf die Ameisenstraßen verbracht werden. Auch Bereiche, in die die Tiere ins Haus eindringen können mit diesem Mittel versehen werden. Die Schwarzkopfameise in mitteleuropäischen Verhältnissen kann keine Kolonien im Freiland anbringen, deshalb ist die Anwendung eines flüssigen Kontaktinsektizids nur zur Bekämpfung notwendig, wenn die Ameisen ihre Nester in Topfpflanzen gelegt werden.

Allerdings stellt sich mit dem Kontaktinsektizid kein nachhaltiger Erfolg ein. Diese Methode erreicht nämlich nicht die Brut und die Königinnen. Da Kontaktinsektizide in Innenräumen Risiken verbreiten können, sollte auf diese Form der Bekämpfung verzichtet werden. Werden die Nester aber lokalisiert, so kann ein staubförmiges Kontaktinsektizid verbracht werden. Da die Schwarzkopfameise eine gewisse Luftfeuchtigkeit benötigt, sollte man darauf achten, dass ein Produkt bei Feuchtigkeit nicht einklumpt. Damit man sicher gehen kann, dass eine Bekämpfung dauerhaft zum Erfolg führt, muss die Kolonie ganz ausgelöscht werden. Deshalb ist es wichtig, die Köder über mehrere Monate hinweg auszulegen und auch regelmäßig auszutauschen. Um den Erfolg zu prüfen, können Ameisen Leimkarten ausgelegt werden.